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Ansprechpartner
Annica Helmich M. A.
Tel.: +49 721 608 – 48166
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Dipl.-Ing. Jan Breitschuh
Tel.: +49 721 608 – 46471
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Technikdidaktik im Maschinenbau

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Motivation

Industrielle Produktentwicklung ist ein sozio-technischer Prozess, bei dem neben fachlichen Kompetenzen auch überfachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, wie Teamfähigkeit oder Frustrationstoleranz erfolgsentscheidend sind.

Diese überfachlichen Kompetenzen praxisnah zu entwickeln ist eine Herausforderung, der sich Hochschulen angesichts der Bologna-Reform, steigender Fluktuation am Arbeitsmarkt und sinkender Halbwertszeit von Wissen stellen müssen: Die nachhaltige Entwicklung von Kompetenzen gewinnt an globaler Bedeutung gegenüber rein fachspezifischer Wissensvermittlung.

Speziell die überfachlichen Kompetenzen entziehen sich jedoch weitgehend der althergebrachten universitären Praxis von Wissensvermittlung in Vorlesungen und Wissensabfragen in Klausuren, da eine Handlungsfähigkeit hier nur schwer erlernbar und überprüfbar ist.

Zielsetzung

Das Ziel des Teilprojekts Technikdidaktik im Maschinenbau ist die Konzeption und Evaluation eines semesterübergreifenden gesamtdidaktischen Konzepts aus Lernzielen, Lernformaten und Prüfungsverfahren zur Förderung und Bewertung überfachlicher Kompetenzen innerhalb der Lehrveranstaltung Maschinenkonstruktionslehre (MKL 1-4) zu Beginn des Bachelors Maschinenbau am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Die Zielsetzung ist in zwei elementare Bereiche unterteilt:

 

  • Kompetenzentwicklung
  • Kompetenzprüfung

 

 

        

 

Übersicht über Ziele und Maßnahmen im Teilprojekt Technikdidaktik im Maschinenbau

Das Teilprojekt

Eingliederung und Projektpartner

Das Forschungsprojekt Technikdidaktik ist ein Teilprojekt des Gesamtvorhabens LehreForschung, welches durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)    finanziert wird. In diesem Kontext arbeiten das Zentrum für mediales Lernen (ZML) und das Institut für Produktentwicklung (IPEK)  zusammen.

Untersuchungsgegenstand

Gegenstand des Forschungsvorhabens ist die Lehrveranstaltung Maschinenkonstruktionslehre 1-4 des IPEK. Hier wird insbesondere die Entwicklung überfachlicher Kompetenzen in studentischen Produktentwicklungsprojekten im Detail untersucht.

Lehrformate des KaLeP

 

Die Besonderheit des Lehrformates sind die Workshops. Hier konzipieren Studierendengruppen über zwei Semester hinweg ein komplexes Produkt mit abschließender Präsentation und Prämierung der besten Konzepte. Neben der praxisnahen Ausbildung steht zusätzlich die integrative Entwicklung überfachlicher Kompetenzen im Mittelpunkt. Dadurch werden Konzepte des problem- und projektbasierten Lernens, sowie des erfahrungsbasierten Lernens umgesetzt.

 

 

    

                  Das Karlsruher Lehrmodell für Produktentwicklung KaLeP

Betreuungskonzept

 

Pro MKL III und IV Veranstaltung werden über 600 Studierende in Kleingruppen von fünf Personen individuell durch einen Tutor betreut. Darüber hinaus ist ein Saalassistent für drei bis vier Kleingruppen zuständig. Die Tutoren werden in einer zweieinhalb-tägigen Schulung didaktisch ausgebildet. Ebenso wurde ab dem Sommersemester 2013 erstmalig eine halbtägige Schulung  für die Saalassistenten durchgeführt, welche nun als permanentes Angebot etabliert wird. Die Masse an Studierenden und das individuelle Betreuungskonzept sind einmalig am KIT.

Bewertung der Kompetenzentwicklung

 

Die Ergebnisse der Projektarbeit werden pro Semester in drei Meilensteinen à vier Stunden überprüft. Dazu wird nach jeder Projektsitzung eine Bewertung für jeden Studierenden vorgenommen. Der betreuende Saalassistent des IPEK berät sich intensiv mit dem tutoriellen Betreuer. Die Punktevergabe erfolgt von 0 bis 4. Rahmung hierbei sind die Kompetenzspinne und ein empirisch gesicherter Kompetenzleitfaden der MKL.


                                                  Kompetenzspinne

Kompetenzprüfung

Innerhalb der Kompetenzprüfung gibt es entscheidende Einflüsse und Entwicklungen, wie zum Beispiel die Verankerung der Lern- und Qualifikationsziele innerhalb der Modulhandbücher, da diese Ausgangspunkt und Grundlage der Prüfung sind.

Objektivität der Bewertungskriterien

Durch die hohe Anzahl an Betreuern ist es unvermeidlich, dass eine gewisse Divergenz innerhalb der Kompetenzbewertung auftreten kann. Dies ist immer der Fall, wenn verschiedene Menschen Sachverhalte bewerten sollen, die nicht eindeutig kategorisiert sind. Deshalb wurde durch die qualitative Untersuchung der realen Bewertungspraxis eine immer stärkere Verfeinerung der Vorgaben vorgenommen, um eine weiterhin steigende Vereinheitlichung zu erlangen. Die Bewertungskriterien wurden innerhalb des Kompetenzleitfadens zusätzlich mit beobachtbaren Praxisbeispielen unterlegt.

Interventionstoolbox

 

Zur weiteren Ausgestaltung der Kompetenzprüfung aber auch –entwicklung wird im Rahmen dieses Projekts eine Interventionstoolbox entwickelt. Diese soll angeleitete Interventionen für die Saalassistenten aber auch Tutoren enthalten, welche sie mit den Studierenden im Rahmen der Workshops kurzfristig durchführen können.Wenn sich zum Beispiel im Laufe der Workshoptermine keine Situation ergibt, innerhalb derer das überfachliche Verhalten beobachtbar und damit bewertbar ist, sollen Situationen und Aufgaben geschaffen werden, die das gezeigte Verhalten fordern und damit der Bewertung zugänglich. Darüber hinaus sollen Empfehlungen und Hinweise zur Kompetenzentwicklung enthalten sein, wenn bei den Studierendengruppen in einem der überfachlichen Bereiche Entwicklungspotenzial identifiziert wurde.